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Ihr
Bezirks-Schornsteinfegermeister informiert
...über
Feuerstätten und motorische Entlüftungen
Eine
Feuerstätte und eine motorische Entlüftung
(Dunstabzugshaube, Motorische Wohnungslüftung,
Abluftwäschetrockner) in einem räumlichen Zusammenhang
passen nicht zusammen !
„Warum
nicht...?"
 Weil
die Abgase einer Feuerstätte nur durch die
unterschiedlichen Dichteverhältnisse der warmen Abgase und
der „kalten Außenluft" durch den natürlichen
Auftrieb über den Schornstein nach draußen befördert
werden, gleichzeitig muss von Außen über „Undichtigkeiten"
in Wände, Fenster und Türen die gleiche Menge an Luft nach
strömen. Diese Luft braucht die Feuerstätte für die
saubere und sichere Verbrennung des Brennstoffes. Ist nun
aber eine motorische Entlüftung vorhanden, saugt der
Ventilator gewaltsam Luft aus dem Raum heraus, es kann dabei
zu einem gefährlichen Unterdruck in dem Raum kommen. Dann
ist der Schornstein nicht mehr in der Lage die Abgase sicher
abzuführen. Unter Umständen kann es zu einem
Sauerstoffmangel oder gar zu einem lebensgefährlichen
Abgasaustritt kommen.
Selbst
die Hersteller von Abluft-Wäschetrockner, Dunstabzugshauben
und Lüftungsanlagen weisen in ihren Betriebsanleitungen auf
diese Gefahr hin.
Auch
der Gesetzgeber hat die Gefahr erkannt und dieses in der
Feuerungsverordnung zur Bauordnung NRW berücksichtigt:
§4
Aufstellung von Feuerstätten...
...(2)
Der sichere Betrieb der raumluftabhängigen Feuerstätten
darf durch den Betrieb von Raumluftabsaugenden Anlagen wie
Lüftungs- oder Warmluftheizungsanlagen, Dunstabzugshauben,
Abluft-Wäschetrockner nicht beeinträchtigt werden. Dies
gilt insbesondere als erfüllt, wenn
a)
ein gleichzeitiger Betrieb der Feuerstätten und der Luft
absaugenden Anlagen durch Sicherheitseinrichtungen
verhindert wird,
b)
die Abgasabführung durch besondere Sicherheitseinrichtungen
überwacht wird,
c)
die Abgase der Feuerstätten über die Luft absaugenden
Anlagen abgeführt werden oder
d)
anlagentechnisch sichergestellt ist, dass während des
Betriebes der Feuerstätten kein gefährlicher Unterdruck
entstehen kann.
Siehe
auch:
Downloads.
FeuVO
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Verschiedene
mögliche Lösungen:
-Bild
1-
(a)
Eine zusätzliche
Zuluftöffnung, die auf die Leistung des Ventilators
zugeschnitten ist, wird eingebaut;
oder
(b)
ein Kontaktschalter zwischen
Fenster und Ventilator stellt sicher, dass der
Ventilator nur bei geöffnetem Fenster betrieben
werden kann;
oder
der
Ventilator (Dunstabzugshaube) wird auf einen
Umluftbetrieb umgebaut;
oder
(c)
eine Sicherheitseinrichtung
(Druckwächter) stellt sicher, dass kein gefährlicher
Unterdruck entstehen kann und schaltet gegebenenfalls
den Ventilator aus;
oder
(d)
eine ausreichend große und
dichte Zuluftleitung wird zur raumluftunabhängigen
Feuerstätte geführt;
oder
(e)
ein spezieller
Sicherheitsschalter (Soloschalter) stellt sicher, dass
entweder jeweils nur der Ventilator oder nur die
Feuerstätte betrieben werden kann.
oder
Die
Lüftung wird vom Fachbetrieb so eingestellt, dass
kein größerer Unterdruck als 4 Pascal im
Aufstellraum der Feuerstätte entstehen kann. |

-Bild
1-
Zur
Vergrößerung Bild einfach anklicken. |
Bei
der Wahl der Lösung ist es unerheblich ob Sie eine separate
Zuluftöffnung, einen „elektrischen
Sicherheitsschalter" oder sogar die Entfernung des
Ventilators wählen. Voraussetzung ist immer, dass kein
gefährlicher Unterdruck im Aufstellraum der Feuerstätte
durch den Ventilator entstehen kann. Eine dieser Lösungen
ist bestimmt auch die Richtige für Sie und sollte schon
gleich in der Planungs- und Bauphase berücksichtigt werden.
Nachträgliche Änderungen sind zwar möglich, kosten aber
meistens mehr Geld und verursachen zusätzlichen unnötigen
Ärger.
Siehe
auch:
Downloads.
Eine Dunstabzugshaube und ein Ofen passen nicht zusammen.
Fragen
Sie Ihren Bezirks-Schornsteinfegermeister rechtzeitig um
Rat. Nur so können Sie Zeit, Ärger und Geld sparen.
Bitte
vereinbaren Sie dazu einen Termin - hierzu nehmen Sie bitte Kontakt
mit mir auf.
Hier
nun die möglichen Lösungsvorschläge im Detail:
Wie
oben beschrieben dürfen Feuerstätten nicht in Wohnungen
oder Räumen aufgestellt werden, aus denen
Dunstabzugsanlagen oder andere Anlagen mit Hilfe von
Ventilatoren Luft absaugen, es sei denn, die
Betriebssicherheit wird durch eine geeignete Lüftungsanlage
sichergestellt. Da die Ventilatoren, die auch in
Dunstabzugsanlagen eingebaut sind, einen höheren Unterdruck
als der Schornstein erzeugen können, besteht die Gefahr von
hochgiftigem Abgasaustritt in den Aufstellraum der
Feuerstätte.
Bei
bestehenden Gebäuden bieten sich vier einfache und
kostengünstige Lösungen an:
1.
Es wird eine Dunstabzugsanlage
verwendet, die nur im Umluftbetrieb arbeitet - meistens kann
die vorhandene Abzugsanlage dazu umgebaut werden.
|
2.
Die Dunstabzugsanlage oder der
Ventilator wird über einen Unterbrecherkontakt an einem
Fenster so geschaltet, dass ein Betrieb nur bei
geöffnetem oder gekipptem Fenster möglich ist.
Hier
bietet sich der „Fensterkontaktschalter" bzw. der
„Abluft-Sicherheitsschalter" an.
-Bild
2-
Er
überwacht durch ein Kontaktsystem, der die Position des
Fensterflügels per Funk oder Kabel an den Ventilator
übermittelt. Wird das Fenster geöffnet ist die
Dunstabzugshaube freigeschaltet und kann dann
angeschaltet werden. Damit strömt ausreichend Luft
nach. Wird das Fenster geschlossen wird die
Dunstabzugshaube automatisch ausgeschaltet. |
-Bild
2-
Zur
Vergrößerung Bild einfach anklicken. |
|
3.
Eine einige Zuluftöffnung
für die Dunstabzugshaube oder Abluftventilator wird
geschaffen.
Als
einfache Lösung bietet sich hier das
Marley DUO Abluft- und Zuluftsystem an.
-Bild
3-
Eine
Mauerdurchführung mit zweifachem Nutzen: Die
Dunstabzugshaube befördert Küchendünste und Gerüche
über den Abluftkasten nach draußen. Gleichzeitig sorgt
das Zuluftsystem für bedarfsgerechte Frischluft. Diese
Lösung ist nur für kleinere Dunstabzugshauben bis max.
400 m³/h in „undichten" Gebäuden (Gebäude ohne
BlowerDoor-Prüfung und -Zertifikat) geeignet. |
-Bild
3-
Zur
Vergrößerung Bild einfach anklicken. |
4.
Eine andere mögliche Lösung ist,
die Feuerstätte ist durch einen Schalter (Soloschalter) mit
dem Ventilator verbunden. Dieser Schalter schaltet den
Ventilator aus, wenn die Feuerstätte in Betrieb ist. Dazu
muss die Feuerstätte elektronisch gesteuert sein oder ein
Temperaturfühler im Rauchrohr des Ofens schaltet den
Ventilator aus.
Siehe
auch:
-Bild
1- (e)
Downloads.
Lösungen zum Betrieb einer Dunstabzugshaube und eines
Ofens.
Bei
Neubauten die nach neustem Dämmstandart und mit einer
kontrollierten Wohnungslüftung versehen wird, bieten sich
andere Lösungsmöglichkeiten an:
1.
Es wird eine geprüfte
raumluftunabhängige Feuerstätte eingebaut. Diese
Feuerstätte ist so konstruiert, dass sie auch bei
größeren Unterdrücken noch einwandfrei und sicher
funktioniert.
Dazu
sollte gleich bei der Bauplanung, sowie beim Hausbau, eine
dichte Zuluftleitung entsprechender Größe eingeplant bzw.
mit eingebaut werden. Diese Zuluftleitung wird in der
Regel unterhalb des Estrichs eingebaut und direkt zum
geplanten Standort der Feuerstätte geführt. Später
braucht nur die Zuluftleitung an den Ofen angeschlossen
werden.
Hierbei
gelten erhöhte Anforderungen an die Dichtheit der
Zuluftleitung und der Verbindungsstücke zum Schornstein.
Die Muffen- /Stoßverbindungen der Zuluft- und Rauchgasrohre
sind mit hitzefestem Kleber abzudichten.
Bei
dichter Ausführung der Zuluftleitung und der Rauchrohre
entsprechen diese raumluftunabhängigen Öfen dem Typ FC41x
(für LAS-System) und FC51x. Diese Feuerstätten erhalten
dann eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung als
raumluftunabhängige Kaminöfen vom Deutschen Institut für
Bautechnik.
Siehe
auch:
-Bild
1- (d)
PDF.
Liste der zugelassen raumluftunabhängigen Öfen- 75 KB
2.
Wird eine kontrollierte
Wohnungslüftung in das spätere Wohnhaus eingebaut bieten
sich hier zwei weitere mögliche Lösungsvarianten an:
2a.
Es wird ein geprüfter
Luftdruckwächter eingebaut, der die Lüftungsanlage bei
einem Unterdruck von mehr als 4 Pascal abschaltet. Damit ist
sichergestellt, dass der Ofen sicher betrieben werden kann.
Auch
einige Dunstabzugshauben sind mittlerweile mit einem
Druckwächter ausgerüstet und schalten bei einem
entsprechenden Unterdruck die Dunstabzugsanlage aus.
Siehe
auch:
-Bild
1- (c)
PDF.
Luftdruckwächter P4 - 112 KB
2b.
Die Lüftungsanlage wird vom Fachbetrieb (z.B.
Lüftungsbauer) so eingestellt, dass im Aufstellraum der
Feuerstätte kein größerer Unterdruck als 4 Pascal
entstehen kann. Oder sie wird so eingestellt, dass im Raum
ein leichter Überdruck vorhanden ist. Diese Einstellungen
sind vom Fachbetrieb schriftlich zu bestätigen.
Hinweis:
Die hier dargestellten Produkte stellen nur eine kleine
Auswahl dar. Im Fachhandel, sowie im Internet, finden Sie
noch zahlreiche andere vergleichbare Produkte. Ein Preis-
und Leistungsvergleich kann sich lohnen. Ich bin gerne
bereit dabei behilflich zu sein.
Bevor
Sie jedoch eine der Maßnahmen durchführen, fragen Sie
zuerst ihren zuständigen Bezirks-Schornsteinfegermeister.
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