Ziel
und Aufgabe der Biologischen Station Minden- Lübbecke e.V.
ist der aktive und praktische Naturschutz, sowie die
Förderung der Natur- und Umweltschutzbildung.
Wer
kennt sie nicht, die kleinen schwarzen Rabenvögel, die im
Herbst in großen Schwärmen durch die Lande vagabundieren
und im Frühjahr in unseren Städten in den Schornsteinen
versuchen ihre Nester zu bauen.
Die
Dohle (Corvus monedula) ist einer der kleinsten Vertreter
(33 bis 39 cm/Spannweite ca. 67 cm) aus der
Familie der Raben- und Krähenvögel. Das Gefieder ist
dunkelgrau bis schwarz. Nacken und Wangen sind hell- bis
silbergrau. Die Dohle ist sehr gesellig und zieht in Paaren
oder größeren Gruppen umher, wobei die Paare innerhalb des
Schwarms zusammenbleiben. Sie kommt in fast ganz Europa vor.
Die
Brutzeit liegt zwischen April und Mai. Dazu suchen die
Dohlenpaare im Frühjahr eine Nisthöhle zum brüten. In der
freien Natur werden gerne hohle alte Bäume oder alte große
Schwarzspechthöhlen genommen. In den Städten erfüllen
dann oft Schornsteine diesen Zweck. Dazu werfen sie solange
Zweige und kleine Äste in den Schornstein bis sie hängen
bleiben. Dann wird das Nest aufgebaut, da können dann schon
einmal mehrere Kilo Nistmaterial zusammen kommen. So ein
Nest im Schornstein kann eine Mächtigkeit von über einen
Meter einnehmen. Das Gelege besteht meist aus vier bis sechs
Eiern. Die Jungen sind nach 30 bis 35 Tagen flügge. Die
Jungvögel suchen sich schon im ersten Herbst einen Partner
fürs Leben, brüten aber erst im dritten Lebensjahr.
Ist
ein benutzter Schornstein mit einem besagten Dohlennest
belegt, an dem eine Heizung, ein Ofen oder ähnliches
angeschlossen ist, kann es gefährlich werden. Die Abgase
können nicht abziehen und schnell treten giftige Abgase
aus, die gefährlich für die Hausbewohner werden können.
Aber
auch andere Vögel verirren sich schon mal in einen
Schornstein, die Arten reichen von Meisen, Tauben, Amseln,
Sperlinge (Spatzen), Turmfalken. Aber auch einen Steinkauz
(kleinste heimische Eulenart) habe ich persönlich schon
einmal lebend aus einem Schornstein geholt. All diese Vögel
nisten eigentlich nicht in Schornsteine, aber oft geraten
sie nur versehentlich in diese Notlage und verenden dann
darin. Selbst
die kleine Mündung einer Abgasanlage von einer
Gasbrennwertheizung wirkt auf kleine Vögel (z.B. Meisen)
anziehend. Sie verwechseln dann diese Öffnungen als Eingang
in eine geräumige Bruthöhle und kommen dann an den glatten
Wandungen nicht mehr heraus.
Auch Insekten verirren sich immer wieder in Abgasanlagen.
Dabei sind einzelne Tiere meist harmlos. Wenn sich aber
Wespen oder Hornissen dazu entschließen ihr Nest in einem
benutzten Schornstein zubauen, kann es auch hier gefährlich
werden.
Bemerken
Sie also ständig Dohlen an Ihrem Schornstein oder andere
Vögel - oder Sie haben sogar das Gefühl, dass sich ein
Vogel oder etwas Ähnliches sich in Ihrem Schornstein
befindet oder es treten Abgase aus oder es fängt sogar
schon an zu qualmen, rufen Sie bitte umgehend Ihren
Bezirks-Schornsteinfegermeister um Hilfe.
Er
geht dann der Ursache auf den Grund und kann gegebenenfalls
ein Dohlen- oder eventuell ein Wespennest oder gar einen
noch lebenden Vogel entfernen bzw. retten.
Fragen
Sie Ihren Bezirks-Schornsteinfegermeister rechtzeitig um
Rat.
Nur
so können Sie Zeit, Ärger und Geld sparen.
Bitte
vereinbaren Sie dazu einen Termin - hierzu nehmen Sie bitte Kontakt
mit mir auf.
Als
Vorsorge und Abhilfe können hier sogenannte
Dohlen-Schutzgitter oder -Hauben helfen. Sie werden oben auf
die Schornstein-Mündung montiert. Nur sie verhindern das
Vögel in einen Schornstein geraten können und damit
eventuell zu einer Gefahr werden. Leider sind sie nicht für
alle Schornsteine und Abgasleitungen geeignet. Fragen Sie
hier Ihren Schornsteinfeger um Rat, er kann Ihnen
weiterhelfen.